Konzept

Über uns:
Die Projektwerkstatt ist eine Begegnungsstätte, eine Plattform, für Menschen verschiedenen Alters, Herkunft, Nationalität, Geschlechts und Lebenseinstellung. Hier kann sich ausgetauscht, über sich ergebende Probleme gesprochen und zur allgemeinen Verbesserung der Lebensqualität beigetragen werden. In Form von Projekten werden einzelne Themenkreise aufgegriffen und gemeinsam mit den Kindern und Eltern erarbeitet. Darüber hinaus bieten wir als offenes Haus die Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen, neue Freunde zu finden, Unterstützung bei den Hausaufgaben und anderen schulischen wie außerschulischen Problemen.
Als Basis unserer Arbeit beziehen wir uns auf das KJHG.

Ausgangssituation und Rahmenbedingungen in der Gropiusstadt:
Die Projektwerkstatt liegt mitten im sozialen Brennpunkt. Umgeben mit Hochhäusern, nicht belebten Plätzen und Grünanlagen. Die Bevölkerung der Umgebung der Projektwerkstatt besteht aus Einheimischen, darunter viele ältere Bewohner und zugewanderte Familien, von denen die türkischen und arabischen Einwohner die stärksten Gruppen bilden.
Die Bevölkerungsgruppen leben nebeneinander und haben kaum Kontakt zueinander. Eine für einen Stadtteil wünschenswerte Infrastruktur, bestehend aus Einkaufstrassen, Cafés, Kneipen usw., ist nicht vorhanden. Es ist eine reine Wohngegend. Die U-Bahn-Station Lipschitzallee und der Lipschitzplatz sind von starkem Durchgangsverkehr frequentiert. Es gibt für die Bewohner nicht viele Möglichkeiten, sich in der Umgebung aufzuhalten. Besonders betroffen sind Kinder,vorallem nichtdeutscher Herkunft, Frauen sowie Nichterwerbstätige. Viele Kinder haben Bildungsdefizite und ihre schulischen Leistungen sind dementsprechend niedrig. Die Kinder mit Migrationshintergrund, je nach Volkszugehörigkeit, bleiben überwiegend unter sich. Sie haben bedingt Kontakt zu den anderen Kindern.

Kriterien:Die Projektwerkstatt sieht es als seine besondere Aufgabe an, sich den konkreten Spannungsbereichen der gesellschaftlichen Integration und des praktischen Zusammenlebens zu stellen und nach Möglichkeiten ihrer Entspannung und Entwicklung zu suchen. Das Handlungskonzept ist als eine derzeitige „Momentaufnahme“ der relevanten, sich in der Gropiusstadt darstellenden Entwicklungen, Potentiale und Aktivitäten gedacht. Seine Aktualität gewinnt unser Konzept durch die aktive Mitwirkung der darin beteiligten Akteure. Es beabsichtigt eine Bewegung, die die Akteure den Zielen eines demokratischen, gewaltfreien, aktiven und menschenfreundlichen Zusammenlebens näher bringt und den gesamten Bezirk Neukölln erfassen soll. Das Engagement der Projektwerksatt bezieht sich auf ein friedliches Zusammenleben, freundschaftliche Nachbarschaft, Hilfsbereitschaft, Verbesserung der Bildungschancen und gegenseitiges Verständnis. Eine Entwicklung dieser Komponenten benötigt beispielhafte Handlungsimpulse, Initiativen und Projekte. Der Erfolg wird am ehesten dort eintreten, wo die Begegnung und das Zusammenwirken mit anderen konkret erfahrbar wird.

Arbeitsweisen:
Gestützt auf den Pfeiler der Projektmethode, steht bei uns die Vermittlung von Partizipation und das Verständnis für Demokratie im alltäglichen Leben an oberster Stelle. Durch den projektorientierten Ansatz unserer Einrichtung wollen wir den Kindern und Eltern die Möglichkeit bieten, ihre Schlüsselqualifikationen auszubauen. Der Wechsel der Gruppengrößen bei einem Projekt kann beim Ausbau der Integrationsfähigkeit, des sozialen Handelns und des Durchsetzungsvermögens eine zentrale Rolle spielen. Die permanenten interaktiven Prozesse, das Diskutieren über die Projektinitiative, über einzelne Arbeitsschritte, über sich ergebende Probleme, fördert nicht nur das selbstständige Denken und Lernen und eine deutliche Verbesserung der Sprachkompetenz, sondern schaffen durch den Prozess der Interaktion in der Gruppe ein Verständnis von Demokratie und sozialem Handeln. Die Möglichkeit des Ausbaus individueller Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für die Umsetzung eines Projektes benötigt werden, führt nicht zur bloßen Anpassung, sondern fördert vor allem die Selbstwahrnehmung als Individuum in einem sozialen Kontext und stützt das Selbstbewusstsein durch das Begreifen der eigenen „Notwendigkeit“. Das Erlernen von Selbstorganisation innerhalb einer Gruppe setzt Energien zur selbstständigen Interaktion, Organisation und Konfliktbewältigung frei und schafft somit nicht nur die Basis für ein gelungenes Projekt sondern auch für Partizipation, Toleranz, Integration und Demokratie.

Zielgruppe:
Kinder ab 6 und ihre Eltern

Schwerpunkte:

  • Sozialräumlich orientierter Ansatz
  • Partizipation und Selbstverantwortung
  • Miteinander von nicht altershomogenen Gruppen
  • Geschlechterübergreifende Arbeit (Genderarbeit)
  • Kulturübergreifende Arbeit
  • Prävention
  • Beratung
  • Konstruktive Konfliktbewältigung
  • Stärkung des Sozialverhaltens
  • Gewaltfreies Miteinander
  • Toleranz
  • Integrationsarbeit
  • Vermittlung eines Verständnisses für Demokratie
  • Bildung, Erziehung, Beschäftigungsförderung

Angebote:
Offener Bereich, regelmäßige Gruppenangebote, Projektarbeit und Ferienangebote, Kooperation mit Schulen, Eltern und anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen

Ziele:
Die Ziele der Projektwerkstatt werden auf Demokratie, Integration sowie Bildung und „Selbstbildung“ ausgerichtet. Die Projekte sollen in stärkerem Maße Einfluss auf die individuellen Lebenschancen nehmen und es soll ein Bewusstsein für Werte wie Toleranz, Verzicht auf Gewalt, Kommunikation, Austausch und Gemeinsamkeit geschaffen, dabei demokratische Grundsätze im Zusammenleben entfaltet und ein aktiver, innovativer, angst- und vorurteilsfreier und freundlicher Umgang geschaffen werden.

Dies beinhaltet im Einzelnen:

  • Überwindung von Sprachlosigkeit zwischen den Generationen, den Nationalitäten, den einheimischen und zugewanderten Menschen durch Begegnung und gemeinsame Aktivitäten.
  • Organisation von soziokulturellen Veranstaltungen und Festen für den Sozialraum, die zu einem friedlichen und multikulturellen Zusammenleben beitragen und einen Raum für soziale Mischung schaffen.
  • Förderung der Identifikation der Menschen mit ihrem Stadtteil und Entwicklung einer Stadtteilkultur.
  • Aufbau sozialer Netze im Stadtteil zur Stärkung der Selbsthilfe und Handlungskompetenz.
  • Zusammenarbeit mit allen Sozialeinrichtungen, Einkaufszentren, Wohnungsgesellschaften, Sportvereinen, Einwohnern und Organisationen, die sich für ein friedliches Zusammenleben im Sozialraum einsetzen.
  • Kooperationen mit den Schulen im Sinne des SchulG § 5. Intensivierung der Arbeit mit den Schulen.
  • Ausbau der Elternarbeit und pädagogische Unterstützung der Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder. Übernahme einer vermittelnden Aufgabe zwischen Schule und Eltern.
  • Projektentwicklung und Organisation von Veranstaltungen im Rahmen außerschulischer Bildung, die zur allgemeinen politischen, sozialen und kulturellen Bildung der Kinder beitragen.
  • Förderung und Ausbau der Schlüsselqualifikationen
  • Ermutigung der Kinder und ihrer Eltern, sich in ihrem Umfeld einzubringen
  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Tolerantes, gewaltfreies Miteinander
  • Fähigkeit zur Selbstorganisation
  • Förderung der Sprachkompetenzen